„Wir sind Gefangene sowohl unserer Kulturen als auch unserer Organisationsformen, und es gilt, danach zu suchen, ob es, wenn überhaupt, jenseits davon tiefere Wahrheiten gibt.”

Quelle und weitere Zitate

Orte

Im Folgenden werden Orte in Wort und Bild vorgestellt, die auf verschiedene Weisen mit Eugène Ionesco in Beziehung stehen. Insbesondere die französische Metropole Paris bietet noch heute die Möglichkeit, auf den Spuren des großen Dramatikers zu wandeln - von seinen zahlreichen Wohnorten über das noch heute lebendige Théatre de la Huchette bis hin zu Eugène Ionescos letzter Ruhestätte.

Wohnorte in Paris

Die Geschichte der Wohnorte des Eugène Ionesco in Paris ist recht lang. In seiner sehr frühen Kindheit wohnte die Familie rue Madame im sechsten Arrondissement. Es folgten im 15. Arrondissement rue de Vaugirard, rue du Théâtre, rue Blomet und rue de l'Avre. Gründe für diese vielen Adressen in wenigen Jahren sind nicht überliefert.

Von 1938 bis zum Frühjahr 1940 lebten Eugène und Rodica gemäß Angabe des Biographen Andrè Le Gall im universitären Paris. Der genaue Wohnort ist der Quelle nicht zu entnehmen.

Bei seiner Rückkehr nach Paris nach dem Krieg wohnte Eugène Ionesco zunächst für einige Jahre an der rue Claude-Terrasse. Ab 1960 zog es die Familie Ionesco zur rue de Rivoli in der Nähe der Kirche Saint Paul. Ab 1966 wohnten die Ionescos am Boulevard du Montparnasse (Nr. 38).

La Chapelle-Anthenaise

Zwischen 1917 und 1921 verbrachte Eugène Ionesco zusammen mit seiner Schwester drei bis vier Jahre in La Chapelle-Anthenaise, einem kleinen Dorf im Nordwesten Frankreichs, zwischen den Städten Le Mans und Rennes. Sorgen um die schlechte Gesundheit des kleinen Eugène veranlassten die Mutter, die beiden Kinder aufs Land zu schicken. Sie lebten dort in einem ruhigen und sehr religiös geprägten Umfeld. Eugène Ionesco sollte zeitlebens einen Bezug zu diesem Ort behalten. 1970 wurde La Chapelle-Anthenaise sogar ein wesentlicher Schauplatz seines einzigen Fernsehspiels. Das Bild zeigt die Dorfkirche in einer Szene des Films.

Thèâtre de la Huchette

Auch nach dem Tode Eugène Ionescos lebt das "Spectacle IONESCO" weiter. Am intensivsten kann man den Esprit, die Botschaft der Stücke Ionescos in einem kleinen Theater im Pariser Quartier Latin spüren. Das Théâtre de la Huchette wurde 1948 unter der Leitung von George Vitaly eingerichtet, um dort Stücke von Schehadé, Kataiev, Bréal und Audiberti aufzuführen. 1952 erging die Erlaubnis durch den nachfolgenden Marcel Pinard, dort Genêt, Lorca, Tourgueniev, Ionesco und Tardieu zu präsentieren. Das Théâtre de la Huchette wurde das Theater Eugène Ionescos. Am 7. Oktober 1952 (bis zum 26. April 1953) wurden dort erstmalig die beiden Stücke "La Cantatrice chauve" und "La Leçon" hintereinander aufgeführt. Die Wiederaufnahme der beiden Stücke im 85 Plätze bietenden Théâtre de la Huchette erfolgte am 16. Februar 1957. Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie werden sie ohne Unterbrechung aufgeführt. Gegen Ende des Jahres 1987 wurde bereits die 10.000. Vorstellung gegeben. 1979 stellt das Théâtre de la Huchette einen neuen Weltrekord auf: Ununterbrochene Aufführung von "La Cantatrice chauve" und "La Leçon" seit mehr als 22. Jahren. Der bis dato gültige Rekord von 22 Jahren wurde gehalten von Agatha Christie ("Die Mausefalle").

Brasserie La Coupole

Die Pariser Brasserie La Coupole liegt ganz in der Nähe der letzten Wohnung Eugène Ionescos auf dem Boulevard du Montparnasse. In seinem Buch "Und Gott schuf Paris" schreibt Ulrich Wickert auf Seite 75: "Auch Eugène hat sein Fäßchen, und vielleicht auch ein bißchen von dem Rodicas, in La Coupole geleert." Auch Hemingway, Sartre, Picasso und Dalí wurden bereits vom Gründer und langjährigen Besitzer René Lafon bedient. Zwar schreibt Ulrich Wickert, dass nach dem Wechsel des Besitzers auch La Coupole das Geld mit dem Massentourismus macht und es Eugène Ionesco dort zu laut wurde. Aber ein Besuch der Brasserie lohnt sich schon wegen des bereits seit der Gründung im Jahre 1927 beliebten und mittlerweile legendären Lammcurry des Hauses (Curry d'Agneau).

Letzte Ruhestätte

Nach seinem Tod Ende März 1994 wird Eugène Ionesco auf dem Pariser Friedhof Montparnasse (Cimetière de Montparnasse) begraben. Hier ruht seit 2004 auch seine Frau Rodica. Das Grab ist auf dem Friedhof auf der Allée Lenoir, 6. Divison zu finden. Eugène Ionescos letzte Botschaft auf dem Grabstein: "Prier le Je Ne Sais Qui - J'espère: Jésus-Christ." Frei übersetzt: Ich bitte den 'ich weiß nicht wer' - ich hoffe: Jesus Christus.