„Mich interessiert nicht, was die Leute denken. Mich interessiert zu erfahren, warum sie denken, was sie denken. Die psychologischen und privaten Gründe, die sie veranlasst haben, diesen oder jenen Gedanken anzunehmen. ... "
„Die ganz Schlauen, die mit den Ereignissen Schritt halten, haben Erfolg. Die schwimmen mit dem stärksten Strom. So sind sie immer Gewinner. Sie gewinnen, aber sie existieren nicht, sie »sind« nicht, sie identifizieren sich nur mit den Strömungen, sie nehmen deren Form an, sie sind formlos. ..."
Lore Kornell hat einige bedeutende Werke von Eugène Ionesco deutschsprachigen Lesern zugänglich gemacht, darunter das Drama „Der neue Mieter“ und der Roman „Der Einzelgänger“. Die Herausforderung, diese Werke so nah wie möglich am Original und mit hohem literarischen Anspruch in die deutsche Sprachkultur zu übertragen, hat sie nicht nur für Eugène Ionesco in herausragender Weise bewältigt, sondern auch für weitere namhafte Schriftsteller.
„Ich glaube, dass die Dichtung immer Neurose ist. Ohne Neurose keine Literatur. Gesundheit ist weder poetisch noch literarisch. Sie gestattet auch keinen Fortschritt: sie verlangt 'nichts Anderes, nichts Besseres' ..."
Eugène Ionesco hatte schon lange vor seinem Tod erkannt, dass seine Stücke von kommenden Generationen im Grunde neu geschrieben werden. Meine Beobachtungen der letzten Jahre haben allerdings ergeben, dass so einige Bezüge zu den Werken Eugène Ionescos, insbesondere zu seinem Drama „Die Nashörner“, nicht einmal mehr auf dem Geiste des Werkes fußen. Den vorläufigen Höhepunkt durfte ich dieser Tage über eine Regionalzeitung erfahren. Ein kleines Theater führte „Die Nashörner“ auf und hat es geschafft, bei der Auseinandersetzung mit einem Künstler, der immer wieder vor Ideologien warnte, gleich zwei konformistischen Zuspitzungen unserer Zeit auf den Leim zu gehen.