Im Folgenden möchte ich etwas Literatur Revue passieren lassen, die mich seit Ende der 80er Jahre begleitet hat. Bei einem spontanen Streifzug durch die Bücherregale musste ich feststellen, dass so einige Werke trotz ihres Alters erstaunlich aktuell wirken und teilweise eine Nähe zu Themen und Gedanken aufweisen, die auf der Website ionesco.de verarbeitet werden. Eine durchaus illustre Auswahl dieser Bücher möchte ich hier mit wenigen Anmerkungen und Zitaten vorstellen.
"Mein Vater war kein bewusster Opportunist, er glaubte eben an die Obrigkeit. Er respektierte den Staat. Er glaubte an den Staat, an welchen auch immer. Ich war gegen die Obrigkeit, ich verabscheute den Staat, ich glaubte nicht an den Staat, an welchen auch immer. Für ihn hatte eine Partei, sobald sie an die Macht kam, recht. So gehörte er zur Eisernen Garde, wurde Freimaurer-Demokrat, Nationalist, Stalinist. Für ihn hatte jede Opposition unrecht. Für mich hatte jede Opposition recht."
Ein zweites Mal sollen ein paar Pixelarts an Eugène Ionescos Rückzug nach St. Gallen erinnern, wo er in den 80er Jahren über die Malerei seine Ängste verarbeitete.
"Ich weiß nicht genau, ob ich träume oder ob ich mich erinnere, ob ich mein Leben gelebt oder geträumt habe. Die Erinnerung lässt mich zutiefst, genau wie der Traum, die Unwirklichkeit, das Flüchtige der Welt empfinden, vergängliches Bild im bewegten Wasser, farbiger Rauch."
Während ich in meinen späten jugendlichen Jahren und als junger Erwachsener mit Respekt und Anerkennung auf so einige politische Akteure jener Zeit schaute, äußerte sich Eugène Ionesco etwa zur gleichen Zeit bis zu seinem Lebensende überaus negativ über die Politik und den Staat. Bis zur Jahrhundertwende hätte ich seinen Ausführungen wohl widersprochen.